news10. April 2025

Datenmanagement

Wie Unternehmen mit systematischem Datenmanagement bessere Entscheidungen treffen

01

Warum Daten allein keinen Wert haben

Die meisten Unternehmen sammeln heute mehr Daten als je zuvor. CRM-Systeme, ERP-Plattformen, Web-Analytics, IoT-Sensoren – die Quellen sind vielfältig. Doch Datenvolumen ist kein Qualitätsmerkmal. Ohne Struktur, Kontext und Zugang bleiben Daten ein Kostenfaktor statt ein Wertschöpfungshebel.

Die typischen Symptome unzureichenden Datenmanagements:

  • Datensilos: Abteilungen arbeiten mit eigenen Datenbeständen, die weder abgeglichen noch verknüpft werden
  • Qualitätsprobleme: Duplikate, veraltete Einträge und inkonsistente Formate untergraben das Vertrauen in Berichte und Analysen
  • Fehlende Verantwortlichkeiten: Niemand fühlt sich für die Qualität und Pflege der Daten verantwortlich
  • Manuelle Prozesse: Reports werden in Spreadsheets zusammengeklickt, statt automatisiert bereitgestellt zu werden
  • Compliance-Risiken: Ohne klare Dokumentation der Datenflüsse ist die Einhaltung regulatorischer Anforderungen kaum nachweisbar

Der erste Schritt zu besserem Datenmanagement ist die ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Daten existieren, wo liegen sie, wer nutzt sie – und welche fehlen.

02

Die Datenstrategie als Fundament

Technologie ohne Strategie führt zu teuren Werkzeugen, die niemand wirksam einsetzt. Eine Datenstrategie definiert, wie Daten im Unternehmen erhoben, verwaltet, bereitgestellt und genutzt werden – abgeleitet aus konkreten Geschäftszielen.

Geschäftsfragen vor Datenmodellen: Die Strategie beginnt nicht bei der Technik, sondern bei der Frage, welche Entscheidungen durch bessere Daten verbessert werden sollen. Welche Kennzahlen treiben das Geschäft? Welche Fragen bleiben heute unbeantwortet?

Use Cases priorisieren: Statt alles gleichzeitig zu lösen, identifiziert eine wirksame Datenstrategie drei bis fünf konkrete Use Cases mit hohem Geschäftswert und setzt dort zuerst an. Die Ergebnisse schaffen Momentum und Glaubwürdigkeit für weitere Initiativen.

Organisatorische Verankerung: Eine Datenstrategie, die nur auf dem Papier existiert, ist wertlos. Sie muss von der Geschäftsführung getragen, in Prozessen verankert und regelmässig überprüft werden.

Roadmap statt Wunschliste: Die Strategie mündet in eine priorisierte Roadmap mit klaren Meilensteinen, Verantwortlichkeiten und messbaren Zwischenzielen.

03

Data Governance: Verantwortung schaffen

Data Governance ist das Regelwerk, das sicherstellt, dass Daten verlässlich, sicher und nutzbar bleiben. Ohne Governance entstehen Wildwuchs, Qualitätsprobleme und Compliance-Risiken – unabhängig davon, wie leistungsfähig die zugrundeliegende Technologie ist.

Eine wirksame Data Governance umfasst:

  • Data Ownership: Jeder Datensatz hat einen verantwortlichen Eigentümer, der für Qualität, Aktualität und Zugangsregeln zuständig ist
  • Datenqualitätsregeln: Verbindliche Standards für Vollständigkeit, Korrektheit, Konsistenz und Aktualität – automatisiert überwacht, nicht manuell geprüft
  • Datenkatalog: Ein zentrales Verzeichnis, das dokumentiert, welche Daten wo liegen, was sie bedeuten und wer Zugriff hat
  • Zugriffsmanagement: Klare Regeln, wer welche Daten sehen und verarbeiten darf – basierend auf Rollen, nicht auf Einzelfreigaben
  • Lifecycle Management: Daten haben eine Lebensdauer. Archivierungs- und Löschregeln verhindern, dass veraltete Bestände die Qualität verwassern

Entscheidend ist, dass Data Governance nicht als bürokratisches Kontrollsystem wahrgenommen wird, sondern als Enabler: Sie schafft das Vertrauen, das nötig ist, damit Fachabteilungen Daten eigenständig und sicher nutzen können.

04

Die richtige Datenarchitektur wählen

Die Architektur bestimmt, wie Daten fliessen, gespeichert und bereitgestellt werden. Die Wahl der richtigen Architektur hängt von den konkreten Anforderungen ab – es gibt keine Universallösung.

Data Warehouse

Der klassische Ansatz: Daten aus verschiedenen Quellen werden in einem zentralen, strukturierten Repository zusammengeführt. Optimiert für wiederkehrende Analysen und Reporting. Bewährt, aber wenig flexibel bei neuen, unstrukturierten Datenquellen.

Data Lake

Rohdaten werden in ihrem ursprünglichen Format gespeichert und erst bei Bedarf transformiert. Bietet maximale Flexibilität, erfordert aber strikte Governance – sonst wird der Data Lake schnell zum Data Swamp.

Data Mesh

Ein dezentraler Ansatz, bei dem fachliche Domänen die Verantwortung für ihre eigenen Datenprodukte übernehmen. Skaliert besser in grossen Organisationen, setzt aber ein hohes Mass an Datenreife und Self-Service-Fähigkeit voraus.

In der Praxis setzen die meisten Unternehmen auf eine hybride Architektur, die Elemente aller drei Ansätze kombiniert. Entscheidend ist nicht die Reinheit des Architekturmodells, sondern ob es die konkreten Geschäftsanforderungen erfüllt.

05

Datenqualität als kontinuierliche Aufgabe

Schlechte Datenqualität ist einer der teuersten und zugleich am häufigsten unterschätzten Kostenfaktoren in Unternehmen. Studien beziffern die Kosten schlechter Datenqualität auf 15 bis 25 Prozent des Umsatzes – durch Fehlentscheidungen, manuelle Nacharbeit und verpasste Chancen.

Qualität an der Quelle sichern: Datenqualität beginnt bei der Erfassung. Validierungsregeln, Pflichtfelder und standardisierte Eingabeformate verhindern, dass fehlerhafte Daten überhaupt in die Systeme gelangen.

Automatisierte Prüfungen: Regelmässige, automatisierte Qualitätschecks erkennen Anomalien, Duplikate und Inkonsistenzen – bevor sie in Reports und Entscheidungen einfliessen.

Data Profiling: Systematische Analyse der vorhandenen Datenbestände zeigt Qualitätsprobleme auf, die ohne Prüfung unsichtbar bleiben: fehlende Werte, Ausreisser, veraltete Referenzdaten.

Feedback-Schleifen: Die Nutzer der Daten – Analysten, Fachbereiche, Entscheider – müssen Qualitätsprobleme einfach melden können. Ohne Rückkopplung bleiben Fehler bestehen und multiplizieren sich.

Datenqualität ist kein einmaliges Bereinigungs-Projekt. Sie ist eine kontinuierliche Aufgabe, die in Prozesse, Rollen und Werkzeuge eingebettet sein muss.

06

Von Daten zu Entscheidungen: Datenkultur etablieren

Technologie und Governance schaffen die Voraussetzungen. Ob Daten tatsächlich zu besseren Entscheidungen führen, hängt letztlich an der Kultur eines Unternehmens.

Data Literacy fördern: Nicht jeder muss SQL beherrschen. Aber jeder Entscheider muss in der Lage sein, Daten zu interpretieren, Statistiken einzuordnen und die richtigen Fragen zu stellen. Gezielte Schulungsprogramme bauen diese Kompetenz systematisch auf.

Self-Service ermöglichen: Wenn Fachabteilungen für jede Auswertung ein Ticket bei der IT stellen müssen, sterben datengetriebene Entscheidungen im Prozess. Self-Service-Tools und kuratierte Datenprodukte geben den Fachbereichen die Autonomie, die sie brauchen.

Mit gutem Beispiel vorangehen: Datenkultur entsteht, wenn Führungskräfte ihre Entscheidungen transparent auf Daten stützen – und bereit sind, ihre Annahmen anhand von Fakten zu revidieren.

Erfolge sichtbar machen: Jede datengetriebene Entscheidung, die messbaren Geschäftswert erzeugt, ist ein Argument für die nächste. Erfolgsgeschichten intern zu teilen, schafft Motivation und Nachahmungseffekte.

Datenmanagement ist kein IT-Projekt. Es ist eine organisatorische Fähigkeit, die Technologie, Prozesse und Kultur gleichermassen umfasst – und die kontinuierlich weiterentwickelt werden muss.

Nächster Schritt

Erfahren Sie, wie wir Ordnung in Ihre Datenlandschaft bringen

Wir analysieren Ihre bestehende Datenarchitektur, identifizieren die grössten Hebel und begleiten Sie auf dem Weg zu datengetriebenen Entscheidungen.